Wie hoch ist die Kaiserschnittrate?

So findest du Informationen zu Kaiserschnitt, Dammschnitt und Geburten mit Saugglocke

Viele (werdende) Eltern berücksichtigen bei der Auswahl der Geburtsklinik, wie hoch der Anteil der Kaiserschnitte im Vergleich zu der Gesamtheit der Geburten in der Klinik ist. Bisher mussten sie sich auf die Aussagen der Kliniken verlassen. Eine Übersicht, die auf den tatsächlichen Zahlen beruht, gab es nicht.

Aus diesem Grund veröffentlichen wir seit dem Jahr 2019 eine Karte, mit der Eltern ganz einfach online per Klick die Kaiserschnittrate ihrer Wunsch-Klinik(en) abrufen können.

Die Karte kann alternativ über diesen Link aufgerufen werden.

Verwendung nur mit Hinweis auf Mother Hood e. V./ Googlemaps / VDEK Kliniklotse

Nun auch mit Angaben zu Dammschnitten und Geburten mit Saugglocke

Neben der Rate der Kaiserschnitte ist auch der Anteil von Dammschnitten und Geburten mit Saugglocke bzw. Zange interessant. Er lag bei den Saugglocken- und Zangengeburten im Jahr 2018 zwischen 0 und 19 Prozent, im Mittel bei 9,5 Prozent. Die Rate an Dammschnitten wurde mit 0 bis 29 Prozent angegeben, wobei einige Kliniken einfach keine Daten veröffentlichen.

Die Suche funktioniert ganz einfach über den Kliniknamen, die Postleitzahl oder den Wohnort. Der Vorteil: Durch die Zoom-Funktion lassen sich alle Kliniken einer Region auf einen Blick anzeigen. Die Karte informiert zudem über die jährliche Anzahl der Geburten einer Klinik.

Die Zahlen stammen aus den sog. Qualitätsberichten der Kliniken, welche der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) seit 2017 im www.vdek-kliniklotse.de veröffentlicht.

Achtung: Die Kaiserschnittraten aus dem Jahr 2016 lassen sich mit den Folgejahren nur eingeschränkt vergleichen. Seit 2017 werden nämlich nur noch Geburten zwischen den Schwangerschaftswochen 24+0 und 42+0 in diese Statistik aufgenommen. Das soll dazu beitragen, die Kliniken mit unterschiedlichen Versorgungsstufen untereinander besser vergleichen zu können. Bei vielen Kliniken sieht es daher so aus, als ob ein leichter Rückgang der Kaiserschnittrate zu verzeichnen wäre.

Die Angaben zur Dammschnittrate sowie den vaginal-operativen Methoden Saugglocke und Zange konnten wir erst mit dem Jahr 2018 aufführen. Daher ist leider derzeit noch keine Vergleichbarkeit möglich.

So funktioniert die Suche mit der Karte

1. Mit Klick auf das Kästchen oben in der rechten Ecke öffnet sich ein neues Fenster.

2. Über das Lupe-Symbol kann die Postleitzahl, der Ort und der Name der Klinik gesucht werden.

3. Mit Klick auf den Namen der Klinik erscheint

  • die Adresse
  • die Kaiserschnittraten der vergangenen 3 Jahre
  • die Anzahl der Geburten
  • die Rate zur Geburt mit Saugglocke, Zange und Dammschnitt.

4. Durch Scrollen lässt sich der Ausschnitt der Karte vergrößern oder verkleinern und gibt einen guten Überblick über die Kliniken an einem Ort oder einer Region.

Risiko Geburt mit Saugglocke

Studien haben ein größeres Risiko für Beckenbodenschäden ergeben, wenn bei einer Geburt die Saugglocke oder Zange eingesetzt wird. Schäden am Beckenboden können bei Frauen teilweise zu massiven körperlichen Beeinträchtigungen führen, etwa zu Harninkontinenz.

Ob eine Schwangere für einen Beckenbodenschaden grundsätzlich ein größeres Risiko hat, sollte bereits in der Schwangerschaft mit der/ dem Gynäkolog:in abgeklärt werden.

Weitere Informationen rund um den Kaiserschnitt

Gute Informationen über den Kaiserschnitt bietet die Website Familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Nach einem Kaiserschnitt fragen sich viele Frauen, ob sie bei einer erneuten Schwangerschaft ihr Kind wieder durch eine Bauchgeburt zur Welt bringen müssen. Diese und andere Fragen beantworten folgende empfehlenswerte Websites:

Geburt nach Kaiserschnitt der Ärztin Dr. Ute Taschner,

Bauchgeburt von Kristina Wierzba-Bloedorn, Erzieherin, Doula und AFS-Stillberaterin.

Wir weisen darauf hin, dass diese Websites zwar überwiegend und sehr gute kostenfreie Informationen beinhalten, Eltern aber auch kostenpflichtige Angebote erhalten.

 

Buchempfehlungen (Wir verlinken auf buch7.de, den Buchversand "mit der sozialen Seite".):

Die selbstbestimmte Geburt von Ina May Gaskin,

Meine Wunschgeburt von Ute Taschner

Emotionale Narben aus Schwangerschaft und Geburt auflösen von Brigitte R. Meissner.

Der Austausch mit anderen Müttern kann sehr hilfreich sein

Auf Facebook gibt es eine Frauen bestärkende und hervorragend informierende Gruppe für alle, die sich auf eine natürliche Geburt nach Kaiserschnitt vorbereiten möchten.

Wie kann die Kaiserschnittrate gesenkt werden?

Viele Expert*innen sind sich einig. Die Kaiserschnittrate ist mit durchschnittlich 31 Prozent viel zu hoch. Die Diskussion darum, ob sie überhaupt gesenkt werden müsse, wird dennoch immer mal wieder geführt. Zuletzt hat sich Dr. med. W. Lütje, Chefarzt Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus, Hamburg, in die Debatte eingeschaltet und in einem eindringlichen Leserbrief erklärt, warum und wie die Anzahl der Kaiserschnittgeburten gesenkt werden müsse.