Hinweise und Empfehlungen für Schwangere zu Corona (Stand 25. Mai 2020)

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Wir haben folgende Informationen zu Corona und Schwangerschaft/ Geburt/ Stillen zusammengetragen, die wir regelmäßig aktualisieren.

1. Maskenpflicht und eingeschränkte Geburtsbegleitung wegen Corona: Gebären unter erschwerten Bedingungen. Was können Schwangere jetzt tun?

2. Ist das Coronavirus gefährlich für Schwangere und ungeborene Kinder? Mehrere Veröffentlichungen geben Entwarnung: Süddeutsche Zeitung (18.04.2020), der ZEIT (19.04.2020) und Ärzteblatt (2020/ 04)!

3. Eine vertraute Person wie den Vater des Kindes oder die Partnerin während der Geburt dabei zu haben, ist auch aus medizinischen Gründen wichtig. Warum, haben wir in unserer Stellungnahme erklärt (hier auch in englischer Sprache).

4. Bisher kaum beachtet: Die Situation für Schwangere/ Familien nach stationärer Aufnahme aufgrund von Komplikationen. Wir haben dazu eine Stellungnahme verfasst und u. a. an das Bundesgesundheitsministerium geschickt.

5. Empfehlungen vom Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG). Stellungnahme der Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG). Eine Zusammenfassung gibt es weiter unten.

6. Informationen zur Begleitung während der Geburt (s.u.). Wir beziehen uns dabei auf folgende Quellen: Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Dokumenten der DGGG (siehe Punkt 5).

7. Informationen der La Leche Liga e. V. zum Stillen während einer Infektion mit Corona und anderen Atemwegsinfekten.

8. Kann die Hebamme per Video betreuen? Was gilt es zum Mutterschutz zu wissen? Umfangreiche Informationen für (werdende) Eltern gibt es auch auf familienplanung.de .

9. Zu früh geboren? Wir verweisen sehr gerne auf den Bundesverband "Das frühgeborene Kind e. V." als Anlaufstelle für Eltern, deren Baby zu früh oder krank auf die Welt gekommen ist und nun auf der Frühchen/- Kinderintensivstation liegen muss. Der Verband appelliert aktuell an die Kliniken, ihre strengen Besuchsregeln für die Frühgeborenenstationen zu überdenken.

10. Was regeln die Bundesländer?

Mittlerweile haben die meisten Bundesländer Verordnungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie erlassen, die u. a. Besuchsregeln für Kliniken enthalten. Einige beziehen sich auch auf Geburtsstationen. Wir haben diese in einer Übersicht zusammengestellt. So können alle, die mit Kliniken wegen des Besuchsverbots in Kontakt treten, leichter auf die jeweilige Länderverordnung zugreifen.

Informationen zur Begleitung während der Geburt - Wer darf wann mit in den Kreißsaal?

Alle Kliniken informieren über Besuchsregelungen auf den Stationen und zur Begleitung der Geburt. In nahezu allen der rund 600 Geburtsstationen (bis auf jene in Potsdam) ist eine Begleitperson zur Geburt zugelassen. Das ist die gute Nachricht!

Die Regelungen sind jedoch höchst unterschiedlich: In vielen Kliniken darf die Begleitperson während des gesamten Geburtsverlaufs dabei sein. In einigen Kliniken wird die Begleitperson jedoch erst zur sog. Austreibungsphase in den Kreißsaal gerufen.

Hinzu kommt die Vorgabe, nach der die Gebärende auch während der Geburt eine Maske tragen soll bzw. muss. Die unterschiedlichsten Regelungen verunsichern und ängstigen viele Schwangere. Zur Maskenpflicht und zur eingeschränkten Geburtsbegleitung haben wir daher einige Tipps zusammengetragen.

Wichtig ist:

-> Gebären mit Partner*in muss möglich sein. Das gilt auch für den Kaiserschnitt!

-> Eine Klinik darf eine Schwangere nicht zum Kaiserschnitt sowie nach der Geburt zur Trennung vom Kind zwingen!

-> Stark eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten müssen in Kauf genommen werden!

-> Niemand kann eine Gebärende zwingen, eine Maske zu tragen!

-> Partner*innen mit Corona-Symptomen sollen die Geburtsabteilung/ die Klinik nicht betreten!

Darauf müssen sich Schwangere mit bevorstehendem voraussichtlichem Geburtstermin (“ET”) einstellen (mehr dazu auch hier):

1. Ein rechtzeitiger Anruf im Kreißsaal (also VOR Geburtsbeginn) klärt, ob neben dem/der Partner*in zusätzlich eine Begleitperson mitgebracht werden kann. Diese sollte verdachtsfrei vom Virus sein (siehe Kontakt zu Verdachtsfällen/ Betroffenen). Wichtig ist auch, wie bei Einsetzen der Wehen oder nach einem Blasensprung vorgegangen werden soll.

Achtung: Einige Kliniken verbieten die Anwesenheit des/der Partner*in während der Geburt und auch im Falle eines Kaiserschnitts. Diese Vorgabe ist aus unserer Sicht nicht zulässig. Sie entspricht auch nicht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die eine Begleitperson ausdrücklich befürworten.

2. Die begleitende Person darf nicht wechseln und möglichst nicht den Kreißsaal verlassen. Die Hygienevorschriften der Klinik müssen unbedingt eingehalten werden.

3. Um eine Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern, muss das Klinikpersonal über eine (mögliche) Corona-Infektion vor Eintreffen in der Klinik informiert werden. Ist die Schwangere oder der/die Partner*in ein Verdachtsfall, gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Das geburtshilfliche Personal wird die Geburt ggf. nur im Schutzanzug und mit Atemmaske begleiten.

Achtung: Ein erzwungener Kaiserschnitt und die Trennung der Mutter vom Neugeborenen ist nicht zulässig, wie die Deutsche Ges. für Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigt.

4. Auf der Wochenbettstation sind Besuche, auch des Partners/ der Partnerin, aus Sicherheitsgründen nur sehr eingeschränkt oder in manchen Kliniken gar nicht möglich. Das gilt auch im Falle von Geburtseinleitungen, bei denen die Schwangeren “auf Station” auf den Geburtsbeginn warten müssen.

Wir versuchen, so viel wie möglich inhaltlich richtige Informationen zum Thema Geburtsbegleitung während der Corona-Pandemie zu recherchieren und aktualisieren regelmäßig unsere Informationen. Grundsätzlich empfehlen wir allen Schwangeren, sich intensiv mit ihrer Hebamme und ihrer Gynäkologin/ ihrem Gynäkologen über die regionalen Gegebenheiten auszutauschen. Über Hinweise, wie es in einzelnen Kliniken läuft, freuen wir uns sehr. Diese können per E-Mail an info(at)mother-hood.de und via Direktnachrichten über Facebook, Instagram oder Twitter geschickt werden.