Hinweise und Empfehlungen für Schwangere zu Corona (Stand 30. März 2020)

Wir haben folgende Informationen zu Corona und Schwangerschaft/ Geburt/ Stillen zusammengetragen, die wir regelmäßig aktualisieren.

1. Eine vertraute Person wie den Vater des Kindes oder die Partnerin während der Geburt dabei zu haben, ist auch aus medizinischen Gründen wichtig. Warum, haben wir in unserer Stellungnahme erklärt.

2. Empfehlungen vom Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG). Stellungnahme der Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG).

3. Informationen zur Begleitung während der Geburt. Wir beziehen uns dabei auf folgende Quellen: Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Dokumenten der DGGG (siehe Punkt 2)

4. Informationen der La Leche Liga e. V. zum Stillen während einer Infektion mit Corona und anderen Atemwegsinfekten.

5. Was regeln die Bundesländer?

Mittlerweile haben die meisten Bundesländer Verordnungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie erlassen, die u. a. Besuchsregeln für Kliniken enthalten. Einige beziehen sich auch auf Geburtsstationen. Wir haben diese in einer Übersicht zusammengestellt. So können alle, die mit Kliniken wegen des Besuchsverbots in Kontakt treten, leichter auf die jeweilige Länderverordnung zugreifen.

2. Informationen zur Begleitung während der Geburt - Wer darf mit in den Kreißsaal?

Derzeit informieren zahlreiche Kliniken über Besuchsregelungen auf den Stationen und zur Begleitung der Geburt. Schwangere, (werdende) Väter und Hebammen teilen uns mit, dass der/die Partner*in im Kreißsaal nicht erlaubt ist. Verständlicherweise reagieren viele Schwangere mit großer Sorge und Angst, denn eine Geburt ohne den/die Partner*in oder eine vertraute Person erscheint vielen unvorstellbar.

Wir fassen - ausgehend von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Empfehlungen der Fachgesellschaften - zusammen:

-> Gebären mit Partner*in muss möglich sein. Das gilt auch für den Kaiserschnitt!

-> Eine Klinik darf eine Schwangere nicht zum Kaiserschnitt sowie nach der Geburt zur Trennung vom Kind zwingen!

-> Stark eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten müssen in Kauf genommen werden!

-> Partner*innen mit Corona-Symptomen sollen die Geburtsabteilung/ die Klinik nicht betreten!

Darauf müssen sich Schwangere mit bevorstehendem voraussichtlichem Geburtstermin (“ET”) einstellen (mehr dazu auch hier):

1. Ein rechtzeitiger Anruf im Kreißsaal (also VOR Geburtsbeginn) klärt, ob neben dem/der Partner*in zusätzlich eine Begleitperson mitgebracht werden kann. Diese sollte verdachtsfrei vom Virus sein (siehe Kontakt zu Verdachtsfällen/ Betroffenen). Wichtig ist auch, wie bei Einsetzen der Wehen oder nach einem Blasensprung vorgegangen werden soll.

Achtung: Einige Kliniken verbieten die Anwesenheit des/der Partner*in während der Geburt und auch im Falle eines Kaiserschnitts. Diese Vorgabe ist aus unserer Sicht nicht zulässig. Sie entspricht auch nicht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die eine Begleitperson ausdrücklich befürworten.

2. Die begleitende Person sollte nicht wechseln und möglichst nicht den Kreißsaal verlassen. Die Hygienevorschriften der Klinik müssen unbedingt eingehalten werden.

3. Um eine Ausbreitung des Virus’ möglichst zu verhindern, muss das Klinikpersonal über eine (mögliche) Corona-Infektion vor Eintreffen in der Klinik informiert werden. Ist die Schwangere oder der/die Partner*in ein Verdachtsfall, gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Das geburtshilfliche Personal wird die Geburt ggf. nur im Schutzanzug und mit Atemmaske begleiten.

Achtung: Ein erzwungener Kaiserschnitt und die Trennung der Mutter vom Neugeborenen ist nicht zulässig, wie die Deutsche Ges. für Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigt.

4. Auf der Wochenbettstation sind Besuche, auch des Partners/ der Partnerin, aus Sicherheitsgründen nur sehr eingeschränkt oder in manchen Kliniken gar nicht möglich. Das gilt auch im Falle von Geburtseinleitungen, bei denen die Schwangeren “auf Station” auf den Geburtsbeginn warten müssen.

Wir versuchen, so viel wie möglich inhaltlich richtige Informationen zum Thema Geburtsbegleitung während der Corona-Pandemie zu recherchieren und aktualisieren regelmäßig unsere Informationen. Grundsätzlich empfehlen wir allen Schwangeren, sich intensiv mit ihrer Hebamme und ihrer Gynäkologin/ ihrem Gynäkologen über die regionalen Gegebenheiten auszutauschen. Über Hinweise, wie es in einzelnen Kliniken läuft, freuen wir uns sehr. Diese können per E-Mail an info(at)mother-hood.de und via Direktnachrichten über Facebook, Instagram oder Twitter geschickt werden.