Wie finde ich eine Hebamme?

Während der Schwangerschaftsvorsorge, der Geburt und im Wochenbett gibt die Betreuung durch eine Hebamme vielen Frauen Sicherheit. Leider ist es in weiten Teilen Deutschlands gar nicht mehr so leicht, eine Hebamme zu finden. Hier geben wir Ihnen ein paar Tipps für die Hebammensuche.

Wie finde ich eine Hebamme für die Geburtsbegleitung?

(c) Michaela Grönnebaum, www.drift-photography.de

Wünschen Sie sich eine 1:1-Betreuung während der gesamten Geburt? Dann gehen Sie am besten schon bald nach dem positiven Schwangerschaftstest auf die Suche nach einer freiberuflichen Hebamme. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Suche folgende Fragen:

  • Welche Kliniken sind gut zu erreichen? Einige Kliniken arbeiten mit freiberuflichen Hebammen oder Hebammenzentren zusammen. Kontaktieren Sie die Kliniken und informieren Sie sich über die 1:1-Betreuung durch eine sogenannte Beleghebamme.
  • Gibt es ein Geburtshaus oder eine Hebammenpraxis in der Umgebung, die Geburten in Ihren eigenen Räumen betreuen? Gibt es in Ihrer Nähe Hebammen, die Hausgeburten begleiten? 
  • Kliniken,Geburtshäuser oder Hebammenzentren bieten regelmäßig Infoabende an. Dort können Sie sich unverbindlich und auch bereits vor einer Schwangerschaft informieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welcher Geburtsort die richtige Wahl sein könnte. Mehr Infos zu den verschiedenen Geburtsorten finde sie hier

Wie finde ich eine Hebamme für die Vorsorge und fürs Wochenbett?

Nach SGB V, Art. 1, § 24d haben Sie als Frau einen Anspruch auf ärztliche Betreuung sowie Hebammenhilfe nicht nur während, sondern auch vor und nach der Geburt. Leider gibt es in vielen Teilen Deutschlands mittlerweile auch nicht mehr genug Hebammen für die Vorsorge und Wochenbettbetreuung. Auch hier gilt deshalb: Je früher Sie sich kümmern, desto besser!

  • Fragen Sie Ihre Freunde und Bekannten nach Empfehlungen und kontaktieren sie die Hebammen möglichst noch vor Ende Ihrer 12. Schwangerschaftswoche. 
  • Wenn Ihr errechneter Geburtstermin kurz vor oder in den Sommerferien liegt, kann es auch in gut versorgten Städten zu Engpässen kommen, denn dann gehen viele Hebammen in den Urlaub. Bemühen Sie sich in einem solchen Fall am besten noch zeitiger um eine Betreuung. 
  • In einigen Städten (z.B. in Köln und Düsseldorf) gibt es ein sogenanntes Hebammennetzwerk oder eine Hebammenzentrale. Die Mitarbeiterinnen helfen Ihnen bei der Suche nach einer Hebamme.

Übrigens: Manche Frauenärzte*innen verweigern die wechselseitige Schwangerschaftsvorsorge mit einer Hebamme. Erst im Januar 2017 hat aber die Bundesregierung klar gemacht, dass dieses Vorgehen nicht richtig ist. Eine ausführliche Erklärung mit Link zur offiziellen Antwort aus dem Gesundheitsministerium gibt es hier.

Was mache ich, wenn ich keine Hebamme finde?

Sie haben keine Hebamme gefunden? Verlieren Sie nicht den Mut! Suchen Sie weiter und fragen Sie Freunde, Bekannte und andere Hebammen nach Rat. Oft gibt es Wartelisten, und Hebammen, die bereits ausgebucht sind, empfehlen andere Kolleginnen weiter. Außerdem können Sie folgendes tun:

  • Melden Sie bitte unbedingt Ihrer Krankenkasse, dass Sie Schwierigkeiten haben, eine Hebamme zu finden. Auch die Kassen verfügen über Listen von Hebammen, mit denen Ihnen weitergeholfen werden kann. Das Problem wird den Kassen bisher nur selten gemeldet. Nur wenn Sie als Patientin ihr Recht einfordern, können die Kassen auch reagieren.
  • Informieren Sie das Gesundheitsamt, welches für Ihren Wohnort zuständig ist.
  • Informieren Sie Ihre Abgeordneten über den Hebammenmangel in Ihrer Stadt oder Region. Wie Sie das am besten anstellen, erfahren Sie hier.
  • Helfen Sie dem Deutschen Hebammenverband bei der Bestandsaufnahme und tragen Sie Ihren Hebammenmangel auf der Landkarte der Unterversorgung ein.
  • Gemeinsam können wir uns für eine bessere Versorgung von Frauen und Kindern einsetzen. Engagieren Sie sich bei Mother Hood e.V.!

Diese Links helfen Ihnen bei der Hebammensuche: