Geburtsorte: „Wo soll mein Kind zur Welt kommen?“

Die Geburt Ihres Babys soll einer der schönsten Momente Ihres Lebens werden. Und eine der wichtigsten Fragen dabei ist: Wo soll Ihr Kind zur Welt kommen? Wenn Sie und Ihr Baby gesund sind, kommt neben der Klinik auch ein Geburtshaus oder das eigene Zuhause in Frage. Sicher ist: Den einzig richtigen oder falschen Geburtsort gibt es nicht! Sie müssen einen Ort finden, der zu Ihnen und Ihrem Baby passt. Wir wollen Ihnen dabei helfen und stellen hier die drei häufigsten Optionen vor: 

Geburt in einer Klinik

  • Während einer Klinikgeburt werden Sie durch Hebammen betreut. FrauenärztInnen kommen meist nur in der letzten Phase der Geburt oder im Falle von Komplikationen dazu.
  • Klinikhebammen arbeiten im Schichtdienst und wechseln daher während der Geburt. Sie können sich „Ihre“ Hebamme nicht aussuchen und müssen sich ggf. eine Hebamme mit mehreren Frauen teilen. Wenn mehrere Geburten gleichzeitig stattfinden, bleiben Sie phasenweise allein im Kreißsaal. Lassen Sie sich daher durch Ihren Partner/Ihre Mutter/Freundin oder eine Doula begleiten!
  • Wenn Sie eine lückenlose 1:1-Betreuung wünschen, können sie in manche Kliniken Ihre eigene Beleghebamme mitbringen. Informieren Sie sich dazu frühzeitig und suchen Sie möglichst schon in den ersten Schwangerschaftswochen nach einer Beleghebamme!
  • Bei bestimmten Umständen (z.B. Erkrankungen von Mutter oder Kind) sollten Sie eine spezialisierte Klinik aufsuchen. Ein Perinatalzentrum bietet umfassende medizinische Versorgung für kranke oder zu früh geborene Babys. Beachten Sie: In „normalen“ Kliniken sind KinderärztInnen nicht immer dauerhaft anwesend. 
  • In manchen Kreißsälen gibt es Gebärwannen oder -hocker, die verschiedene Geburtspositionen ermöglichen. Besichtigen Sie den Kreißsaal am besten vor der Geburt, um die Klinik und ihre Ausstattung kennenzulernen.
  • Eine PDA (Periduralanästhesie) kann zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Neben der positiven Wirkung sind aber auch Nebenwirkungen möglich, z.B. Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Geburtsstillstand oder Kopfschmerzen. Je nach Klinik werden zum Teil auch andere medikamentöse Maßnahmen zur Schmerzlinderung angeboten.
  • Das medizinisch geprägte Umfeld und Routinemaßnahmen, wie z.B. ein Dauer-CTG, können beruhigend wirken. Vielleicht empfinden Sie dadurch aber auch Stress, der sich auf Ihr Baby übertragen kann. 
  • Nach der Geburt können Sie sich sich bis zu drei Tage im Krankenhaus ausruhen („stationärer Aufenthalt“) oder nach der Erstuntersuchung Ihres Neugeborenen („U1“) nach Hause ins gewohnte Umfeld zurückkehren („ambulante Geburt“).

Geburt in einem Geburtshaus

  • Im Geburtshaus wird Ihre Geburt von einer oder mehreren Hebammen betreut. Meist können Sie sich von „Ihren“ Hebammen schon während der Schwangerschaft begleiten lassen und ein Vertrauensverhältnis entwickeln.
  • Die Hebammen stehen in Rufbereitschaft. Sobald Ihre Geburt losgeht, treffen Sie sich mit ihnen im Geburtshaus. 
  • Geburtshäuser verfügen meist über Gebärwannen, -hocker und andere hilfreiche Ausstattung. Statistiken zeigen, dass Frauen in Geburtshäusern häufiger aufrechte Geburtspositionen einnehmen. So können Sie Geburtsverletzungen aktiv vorbeugen.
  • Im Gegensatz zur Klinik bieten Geburtshäuser keine medizinischen Maßnahmen (z.B. PDA) an. Der Fokus liegt auf der natürlichen Geburtsbegleitung, wobei die Hebamme das Wohlergehen Ihres Babys stets im Blick hat (z.B. durch das regelmäßige Abhören der Herztöne).
  • Durch die lückenlose 1:1-Betreuung erkennt die Hebamme frühzeitig, wenn ärztliche Unterstützung nötig wird. Manche Geburtshäuser arbeiten für diesen Fall mit bestimmten Kliniken zusammen, sodass eine Verlegung schnell und sicher passieren kann. 
  • Nach der Geburt des Babys und der Plazenta führt die Hebamme die Erstuntersuchung U1 des Neugeborenen durch und Sie können sich noch etwas ausruhen. Danach geht es nach Hause ins vertraute Umfeld. 

Geburt im eigenen Zuhause

  • Für eine Geburt in den eigenen vier Wänden können Sie sich von einer Hausgeburtshebamme betreuen lassen. Die Hebamme steht in Rufbereitschaft und kommt zu Ihnen nach Hause, sobald die Geburt losgeht. Manche Hausgeburtshebammen arbeiten in Zweier-Teams.
  • Oft bieten Hausgeburtshebammen auch die Schwangerschaftsvorsorge an, wodurch Sie schon vor der Geburt ein Vertrauensverhältnis entwickeln können.
  • Das eigene Zuhause und die vertrauten Personen können positiv auf Ihren Geburtsverlauf wirken. Zusätzlich vermeiden Sie Stress, weil kein Ortswechsel nötig ist. 
  • In den eigenen vier Wänden sind keine medizinischen Maßnahmen möglich (z.B. PDA). Der Fokus liegt auf der natürlichen Geburtsbegleitung, wobei die Hebamme das Wohlergehen Ihres Babys stets im Blick hat (z.B. durch das regelmäßige Abhören der Herztöne).
  • Zuhause können Sie selbst über ihre Geburtsposition bestimmen (Aufrechte Positionen beugen Geburtsverletzungen vor!). Falls Sie es wünschen, können Sie vor der Geburt zudem hilfreiche Ausstattung wie einen Geburtspool oder einen Gebärhocker besorgen. Was Sie ansonsten bereithalten sollten (z.B. Folien oder alte Handtücher), erklärt Ihnen Ihre Hebamme.
  • Durch die lückenlose 1:1-Betreuung erkennt Ihre Hebamme frühzeitig, wenn ärztliche Unterstützung nötig wird. Für selten vorkommende akute Notfälle hat Ihre Hausgeburtshebamme medizinisches Equipment dabei. 
  • Nach der Geburt des Babys und der Plazenta führt die Hebamme die Erstuntersuchung U1 des Neugeborenen durch. Geht es Ihnen und Ihrem Baby gut, lässt die Hebamme Sie allein und Sie können Ihr Baby in Ruhe kennenlernen.

Finden Sie den für SIE passenden Geburtsort!

Haben Sie sich in einem Geburtsort wiedergefunden? Egal, welche Option für Sie am angenehmsten und sichersten klingt – für alle Orte gilt: Meiden Sie Stress, suchen Sie nach einer guten Begleitung (Hebamme, Doula, Partner, Freundin…) und hören Sie auf Ihr Gefühl – denn wenn Sie sich wohl und sicher fühlen, helfen Sie Ihrem Körper am besten, die Herausforderung Geburt zu meistern. 

Wir wünschen Ihnen alles Gute und eine schöne Geburt!