Petition zur geburtshilflichen Versorgung beendet: Land handelt nicht

Bremen, 07. August 2018. Die vom Elternverein Mother Hood e. V. gestartete Petition “Zur Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung im Land Bremen” hat der Bremer Senat nun beendet. Doch die Situation für Schwangere, Gebärende und ihre Kinder ist unverändert angespannt.

"Das Land Bremen hat den Handlungsbedarf erkannt, jedoch weist die Senatorin für Gesundheit jegliche Verantwortung von sich", sagt Nathalie Wessels, die Mother Hood in Bremen vertritt. "Damit lässt sie nicht nur die Eltern im Stich, sondern auch die Hebammen und Ärzte*innen, die gemeinsam im Bremer Bündnis für natürliche Geburt die kontinuierliche 1:1 Betreuung durch eine Hebamme fordern."

Studien belegen, dass eine kontinuierliche 1:1 Betreuung Geburten deutlich mehr Sicherheit für Mutter und Baby bedeuten. Doch den Kliniken fehlt das Geld, um mehr Personal für den Kreißsaal anzustellen.

Dabei wäre eine Lösung durchaus möglich gewesen. Im Petitionsverfahren wurde die Idee diskutiert, dass das Land Bremen zumindest seine eigenen Geburtskliniken finanziell so ausstatten könnte, dass die Kliniken genug Geld für eine Aufstockung des Personals zur Verfügung haben um eine 1:1 Betreuung zu ermöglichen.

"Stattdessen bleibt es dabei, dass sich auch in Bremer Geburtskliniken eine gebärende Frau die Hebamme mit mehreren Frauen teilen muss. Von der empfohlenen 1:1 Betreuung ist Bremen also weit entfernt", so Nathalie Wessels.

Die Petition “Zur Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung im Land Bremen” aus dem Jahr 2017 hatte über 3000 Unterschriften erhalten und gehört damit zu einer der erfolgreichsten Petitionen auf Landesebene.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Nathalie Wessels, Mother Hood e.V. Bremen, Telefon 0176/ 64 20 55 20, E-Mail n.wessels(at)mother-hood.de .

Über Mother Hood e. V.: Bei Mother Hood e.V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Zu den Hauptforderungen von Mother Hood gehören unter anderem die 1:1-Betreuung durch eine Hebamme und das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes.