Geplante Schließung der Geburtshilfe in Bühl - Elterninitiative Mother Hood fordert Erhalt der wohnortnahen Versorgung

Offenburg/Bühl, 06. Juli 2016 - „Die wohnortnahe Versorgung von schwangeren Frauen und Neugeborgenen muss erhalten bleiben.“ Diese Forderung stellt die Elterninitiative Mother Hood angesichts der geplanten Schließung der geburtshilflichen Abteilung des Kreiskrankenhauses Bühl. Die Regionalgruppe Ortenau von Mother Hood unterstützt damit das Aktionsbündnis „s’Bühler Kind“, das am kommenden Freitag, 16 Uhr, vor dem Rathaus in Bühl zu einer Demonstration aufgerufen hat und die Schließung verhindern will.

"Die Geburtshilfe Bühl hat als einzige von der WHO und UNICEF als babyfreundlich zertifizierte Geburtsklinik in der Region ein Alleinstellungsmerkmal", sagt Sarah Schulze, Mitglied von Mother Hood Ortenau. "Das gelte es hervorzuheben und zu bewahren. „Frauen müssen auch künftig wählen können, ob sie hochtechnisiert oder interventionsarm gebären möchten“, sagt die Mutter von drei Kindern. Das sei nicht gewährleistet, wenn in Baden-Baden-Balg ein großes Mutter-Kind-Zentrum aufgebaut werde, in dem das Klinikum Mittelbaden die Geburtshilfe konzentrieren will.

Die Elterninitiative Mother Hood appelliert an die politischen Entscheidungsträger, die Schließungspläne zurückzunehmen. Das Bühler Krankenhaus gehört zum Verbund des Klinikums Mittelbaden, dessen Träger der Landkreis Rastatt und der Stadtkreis Baden-Baden sind. Die Gremien entscheiden am 25. und 26. Juli über die Schließung.

Die Tatsache, dass bundesweit immer mehr Kreißsäle und Geburtshäuser schließen, sieht die Elterninitiative Mother Hood mit großer Sorge. „Die Entfernung zur nächsten Geburtsstation spielt eine Rolle in Bezug auf die Sicherheit von Geburten und ist damit entscheidend für die Gesundheit von Müttern und Kindern,“ sagt Sarah Schulze. Außerdem werde den Frauen durch die zunehmende Zentralisierung von Geburtsstationen das Wahlrecht genommen, zu entscheiden, wie und wo sie gebären wollen.

Mother Hood ruft alle Bürger zur Teilnahme an der Demonstration am kommenden Freitag auf. „Wir müssen die Politiker an ihre Pflicht erinnern, ihre Entscheidungen zum Wohl der Bürger und vor allem der Mütter und Neugeborenen zu treffen“, sagt Sarah Schulze. Noch sei es möglich, die Schließung zu verhindern.

Ein Newsletter über die Aktionen von Mother Hood Ortenau kann per Email an aktiv-fuer-hebammen@gmx.de bestellt werden. Infos über die Aktionen gibt es auch unter www.facebook.com/motherhoodortenau und www.mother-hood.de.

Ansprechpartnerin für die Presse:

Kirsten Pieper, Regionalgruppe Ortenau, Sofienstraße 3, 77654 Offenburg, 0177-3343662, kjpieper@gmx.net

Über Mother Hood e. V.:

Bei Mother Hood e.V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Zu den Hauptforderungen von Mother Hood gehören unter anderem die 1:1-Betreuung durch eine Hebamme und das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes (www.mother-hood.de).

Bundesweiter Pressekontakt:

Mother Hood e . V. - Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr, Brahmsstr. 12A, 53121 Bonn.

Katharina Desery, Tel. 0163/ 7274735, E-Mail: k.desery(at)mother-hood.de .