Gesundheitsministerkonferenz in Warnemünde – Elterninitiative Mother Hood e.V. ruft die Länder zum Handeln auf: Nationaler Aktionsplan sichere Geburt!

Bonn, 28. Juni 2016 - Am 29. und 30. Juni tagt in Rostock-Warnemünde die Gesundheitsministerkonferenz, deren Vorsitz die Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Birgit Hesse (SPD), aus Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr inne hat.

Anlässlich dieser gemeinsamen Sitzung fordert die Bundeselterninitiative Mother Hood e.V. die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder auf, die Entwicklung eines gemeinsamen „Nationalen Aktionsplans sichere Geburt“ auf die Agenda der Bundesländer zu setzen.

Darin soll es um eine Neuausrichtung der Geburtshilfe in Deutschland gehen, bei der die Sicherheit und Gesundheit von Mutter und Kind, und damit eine individuelle Geburtshilfe, im Zentrum stehen.

„Im Interesse gesund geborener Kinder und gesund gebärender Frauen fordern wir eine bundesweite gemeinsame Aufklärungskampagne zur natürlichen Geburt. Sie soll die Senkung der medizinisch nicht begründbar hohen Kaiserschnittraten in Deutschland zum Ziel haben. Baden-Württemberg und Bremen gehen hier mit gutem Beispiel voran und haben bereits erste positive Ergebnisse erzielt“, sagt Mother Hood-Vorständin Eva Abert und bekräftigt: „Es darf hier kein Abwarten mehr geben. Die Studienlage in Bezug auf die gesundheitlichen Nachteile medizinisch nicht notwendiger Kaiserschnitte ist bereits heute äußerst gut. Neben einer angstfreien, neutralen Aufklärung und gut informierten Entscheidung kommt vor allem der Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung durch Hebammen, im Schlüssel von 1:1 während einer Geburt, hier eine entscheidende Rolle zu“.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Schließung eines Kreißsaals sowie der Kinder- und Jugendmedizin in Wolgast, die gegen den erklärten Wunsch der Bürgerinnen und Bürger der Region von der amtierenden GMK-Vorsitzenden eingeleitet und umgesetzt wurde, fordert die Bundeselterninitiative darüber hinaus eine wohnortnahe Versorgung mit Geburtshilfe auch in ländlichen Strukturen.

„Überall in Deutschland schließen derzeit Geburtsstationen. Wir wissen aus Studien, dass die Entfernung zum Kreißsaal sehr wohl eine Rolle für die Sicherheit von Geburten spielt und damit entscheidend für die Gesundheit der Kinder und Frauen ist“, sagt Michaela Skott, Landeskoordinatorin von Mother Hood e.V. in Mecklenburg-Vorpommern, „Wir fordern deshalb die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder auf, diesen Trend aufzuhalten und zugunsten der jungen Generationen umzukehren!“ Ein erster, unbedingt notwendiger Schritt ist aus Sicht des Vereins, die Aufnahme der Geburtshilfe in die Grundversorgung. Zuletzt verwies die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, (CDU), bei einer öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages zum Recht auf eine selbstbestimmte Geburt darauf, dass sie selbst hier die Länder in der Pflicht sehe. Das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes und damit verbunden die Frage, wo die Geburt stattfindet und wie, nämlich ob sie möglichst gering invasiv oder hoch technisiert ablaufen soll, muss von allen politisch Beteiligten respektiert werden“, ergänzt Michaela Skott, die als Petentin am 20. Juni vor dem Petitionsausschuss ausführlich zu diesem Thema Stellung nahm. „Sowohl die Länder als auch der Bund sind dazu aufgerufen, endlich Rechtssicherheit zu schaffen.“