Mother Hood e. V. zum Bericht zur Geburtshilfe: Personalmangel besorgniserregend

Der Runde Tisch zur Geburtshilfe in Baden-Württemberg (c) Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Stuttgart, 27. April 2018. Bei der Sitzung des Runden Tisches Geburtshilfe Baden-Württemberg am 25. April stellte das Institut für Public Health der Universität Heidelberg seinen Bericht zur Versorgungssituation in der Geburtshilfe vor. Die am Runden Tisch vertretene Bundeselterninitiative Mother Hood e. V. kommentiert den Bericht aus Elternsicht.

Viele der verbliebenen Kliniken in Baden-Württemberg können ihre Geburtsstationen nicht mit genügend Personal besetzen. Zudem gaben rund 50 Prozent der befragten Eltern Probleme bei der Suche nach einer Hebammenbetreuung an. Die zu erwartende Entwicklung der nächsten Jahre verheißt dabei keine Verbesserung.

„Wenngleich die Umfrageergebnisse nicht repräsentativ sind, ist es wichtig, dass nun erste Zahlen zur Versorgungslage vorliegen”, sagt Lydia Abdallah, die für die Bundeselterninitiative Mother Hood e.V. am Runden Tisch sitzt. “ Die Ergebnisse decken sich mit dem, was uns Eltern im ganzen Ländle schildern.”

Die Elternvertreterin sagt weiterhin: „Der gemeinsame Austausch über Problemfelder und Lösungsmöglichkeiten ist sehr wichtig. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Schlüsse zu ziehen und eine zukunftsfähige Versorgung auf den Weg zu bringen.”

Kreißsaalschließungen, fehlende Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen

Aktuell droht Familien eine Verschärfung der Lage, beispielsweise durch Kreißsaalschließungen wie in Münsingen im Mai. Fällt eine Geburtsstation weg, hat das längere Anfahrtswege und eine starke Belastung und oft Überlastung der umliegenden Kreißsäle zur Folge. Schon jetzt sind die meisten Kreißsäle in Baden-Württemberg aufgrund steigender Geburtenzahlen voll ausgelastet und haben Schwierigkeiten, alle Gebärenden umfassend und im Sinne von größtmöglicher Sicherheit zu betreuen.

“Erst wenn sich die Arbeitsumstände von Geburtshelfer*innen dahingehend verändern, dass sie länger in ihrem Beruf verweilen und ihrer Kernaufgabe nachgehen können, wird sich auch die Situation für uns Familien entspannen.”, so Abdallah. “Eine gute Geburtshilfe braucht Zeit, Respekt und Zuwendung, nur werden genau diese Leistungen nicht vergütet.”

Wichtig ist es daher, die Arbeitsbedingungen für Hebammen und Fachärztinnen- und ärzte zu verbessern. Das geht langfristig nur mit einem besseren Personalschlüssel für die Betreuung von Geburten sowie grundsätzlich mehr Geld für die Geburtshilfe. “Das sind Maßnahmen, die nur auf Bundesebene entschieden werden können”, sagt Abdallah. “Und da wünschen wir Eltern uns von der Landesregierung ein deutliches Signal Richtung Berlin.”

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Weiterführende Informationen des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Über Mother Hood e. V.:

Bei Mother Hood e.V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Zu den Hauptforderungen von Mother Hood gehören unter anderem die 1:1 Betreuung durch eine Hebamme und das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes (www.mother-hood.de).

Pressekontakt Baden-Württemberg:

Lydia Abdallah, Rufnummer 0178/ 2943360, E-Mail l.abdallah(at)mother-hood.de .