Stellungnahme zum Hebammenreformgesetz (HebRefG)

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Mother Hood e.V. begrüßt den Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Hebammenreformgesetz. Die Akademisierung des Hebammenberufes ist ein notwendiger Schritt entsprechend den Anforderungen der EU-Richtlinie 2005/36/EG. Sie bietet Chancen, die Versorgung von Familien und ihren Kinder zu verbessern.

Die Bundeselterninitiative beurteilt den Gesetzesentwurf vom 4. Juni 2019 nach folgenden Gesichtspunkten:

1. Gleichberechtigtes Miteinander im Team verbessern Sicherheit für MutterBaby

2. Gute Kommunikation ist Prävention

3. Kontinuierliche Begleitung macht Versorgung sicherer

4. Evidenzbasierte Geburtshilfe als Investition in die Zukunft

5. Gute Ausbildung braucht gute Arbeitsbedingungen.

1. Gleichberechtigtes Miteinander im Team verbessern Sicherheit für MutterBaby

Während Schwangerschaft, Geburt und früher Kindheit wird der Grundstein für eine lebenslange körperliche und psychische Gesundheit gelegt. MutterBaby muss daher in dieser sensiblen Lebensphase bestmöglich 1 begleitet werden.

Für die Begleitung sind Hebammen unersetzlich. Dies gilt explizit auch im Falle einer Fehl-, Früh- oder Totgeburt. MutterBaby ist aber ebenso auf Gynäkolog*innen angewiesen, die im Falle von Komplikationen und Erkrankungen die nötige medizinische Behandlung sicherstellen. Eine interdisziplinäre Begleitung aller beteiligten Berufsgruppen ist daher für die Gesundheit von MutterBaby eine der wichtigsten Voraussetzungen.

Die interdisziplinäre Begleitung muss durch eine partnerschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit gekennzeichnet sein. Sie schafft die Bedingungen für die größtmögliche Sicherheit. Dies setzt auch das Nationale Gesundheitsziel “Gesundheit rund um die Geburt” voraus. Die Realität sieht 2 aber oft anders aus.

2. Gute Kommunikation ist Prävention

Familien brauchen eine individuelle, bestärkende und evidenzbasierte Aufklärung rund um Schwangerschaft und Geburt. Eine entsprechende Kommunikation und psychosoziale Begleitung bildet dafür die Basis.

Geburt ist ein hoch-emotionaler, familienbildender und intim-sexueller Vorgang, in dem MutterBaby zusammen interagieren. Die Geburt muss im Sinne der Bedürfnisse von MutterBaby begleitet werden.

Eine gute Begleitung schafft eine wichtige Voraussetzungen für das Bonding nach der Geburt, eine sichere Mutter-Kind-Bindung und damit ein gesundes Aufwachsen des Kindes.

Eine gute, klare und einfühlsame Kommunikation durch das begleitende Personal ist daher zwingend erforderlich. Kommunikation ist darüber hinaus essentiell für die ​“Gewährleistung eines umfassenden Kommunikationsflusses bei der Übergabe an verschiedenen Versorgungsschnittstellen.”

3. Kontinuierliche Begleitung macht Versorgung sicherer

Eine kontinuierliche Hebammenbegleitung durch eine vertraute Bezugshebamme während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett verhindert eine Vielzahl unnötiger Interventionen und Kaiserschnitte, die mit langfristigen gesundheitlichen Folgen für Kinder und Mütter verbunden sein können.

Das Nationale Gesundheitsziel “Gesundheit Rund um die Geburt” setzt in Bezug auf Kontinuität folgendes fest: ​“Teilziel 1.7. Die an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen arbeiten konstruktiv und partnerschaftlich zusammen und gewährleisten eine kontinuierliche Betreuung.”

4. Evidenzbasierte Geburtshilfe als Investition in die Zukunft

In der Akademisierung der Hebammenausbildung liegt die Chance, dass Hebammen in Studien rund um Schwangerschaft und Geburt die Evidenzen insbesondere aus dem salutogenetischen Blickwinkel heraus bereichern.

Das trägt mit dazu bei, die physiologische Geburt bundesweit zu fördern, entsprechend des Nationalen Gesundheitsziels “Gesundheit Rund um die Geburt”.

5. Gute Ausbildung braucht gute Arbeitsbedingungen

Bessere Arbeitsbedingungen erhöhen nicht nur die Attraktivität des Hebammenberufes, sondern auch dessen Ausübung.

Bessere Bedingungen in der Geburtshilfe sind grundlegend für die Gesundheit und Sicherheit von MutterBaby. Ihr Wohlergehen muss im Zentrum aller Bemühungen stehen.

 

Bonn, 20.6.2019

Für den geschäftsführenden Vorstand Mother Hood e. V. :

Franziska Maria Kliemt f.kliemt@mother-hood.de Tel. 0176-24108693 (für Fragen)

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