#GeburtNRW – Informieren Sie Barbara Steffens mit uns!

Der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin sind keine Probleme in der Geburtshilfe bekannt

© MGEPA NRW / Foto: Franklin Berger

April 2017. „Wir brauchen mehr Hebammen im Kreißsaal“ mit diesen Worten von Katrin Göhring-Eckhardt beginnt ein Beitrag, den die Bündnis 90 / Die Grünen Bundestagsfraktion am 14. April über Facebook teilt. Die Grünen weisen damit auf ihren Fraktionsbeschluss „Von Anfang an gut versorgt – für eine gute Geburtshilfe“ hin. Die schlechte Versorgungslage von Schwangeren und Gebärenden ist im Bund also bekannt.

Umso mehr erstaunt da die Aussage der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Nur einen Tag später erklärt sie in einem Beitrag des WDR Fernsehens („Engpass Geburt“, Lokalzeit vom 15. April 2017): „Wir haben bisher keine Hinweise vorliegen von Frauen, die hier problematische Situationen in Nordrhein-Westfalen vorgefunden haben.“

Dass die Überfüllung der Kreißsäle in NRW von ihrem Ministerium scheinbar unbemerkt blieb, erklärt Steffens so: „…wenn zu wenig Hebammen da sind, müssen die Frauen sich nach der Geburt (…) auch bei uns beschweren (…)“. Beim Bekanntwerden fahrlässiger Fälle würde das Gesundheitsministerium sogar aufsichtsrechtlich einschreiten, erklärt Steffens im WDR-Beitrag.

Doch wo beginnt Fahrlässigkeit in der Geburtshilfe? Wenn es an der Tagesordnung ist, dass eine Hebamme drei oder mehr Geburten gleichzeitig betreut? Wenn eine Frau unter Wehen 60 Kilometer fahren muss? Wenn trotz steigender Geburtenzahlen ein weiterer Kreißsaal geschlossen wird, obwohl die verbleibenden Kliniken bereits überlastet sind?

Runder Tisch Geburtshilfe - 2015 mit Barbara Steffens

Dass Barbara Steffens von der aktuellen Lage in den Kreißsälen NRWs nichts mitbekommen haben will, verwundert umso mehr, ist ihr das Thema Geburtshilfe doch durchaus bekannt. Bereits 2015 gab es in NRW einen Runden Tisch zum Thema #sichereGeburt. Die aktuelle Entwicklung zeichnete sich da bereits deutlich ab.

Im Vorwort des Abschlussberichts zu eben diesem „Runden Tisch Geburtshilfe“ schreibt Barbara Steffens: „Es liegen uns auch noch zu wenige Daten darüber vor, wie die Versorgung in der Hebammenhilfe aussieht. Wie viel Hilfe braucht eine schwangere Frau? Reicht die Versorgungslage aus? Hier werden wir uns um eine bessere Datenlage kümmern, damit wir Maßnahmen gezielt platzieren können.“

Bisher hat sich das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium offenbar nicht um eine bessere Datenlage gekümmert. Dabei könnte es dazu etwa die Überlastungsanzeigen des Kreißsaalpersonals heranziehen, die dieses regelmäßig schreibt, um sich seinerseits gegen den Vorwurf der Fahrlässigkeit abzusichern. Diese verschwinden bisher ungesehen in den Schubladen der Klinikchefs.

#GeburtNRW

Den Personalmangel in NRW-Kreißsälen spüren werdende Mütter und Neugeborene aktuell täglich. Unter dem Hashtag #GeburtNRW fordert Mother Hood betroffene Familien dazu auf, von ihren Erfahrungen zu berichten und dem Gesundheitsministerium per Brief oder Email mitzuteilen, wo es an guter Versorgung mangelt.

Und auch Barbara Steffens kann noch die Gelegenheit ergreifen, sich vor der NRW Landtagswahl am 14. Mai zu dem Thema #GeburtNRW zu positionieren.

Informieren Sie Barbara Steffens mit uns!

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Postadresse: Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf

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